Ein Plädoyer für den
Pragmatismus
Wenn
ein Mensch Schmerzen hat, dann möchte er diese gerne los werden. Und ob
er nun zum Schulmediziner, zum Homöopathen, zum Akupunktör, zum
Psychotherapeuten, zum Geistheiler oder was auch immer geht, ist
eigentlich egal: Vorausgesetzt der Schmerz geht weg.
Welche
Auffassung wir über die Beschaffenheit der Welt haben ist eigentlich
egal. Sogar die Handlung ist zweitrangig. Entscheidend ist nur das
Resultat.
Wir
haben Ziele, Wünsche, Begierden, Bedürfnisse oder wie man es auch immer
nennen mag. Die Erreichung der Ziele, die Befriedigung der Bedürfnisse
ist wichtig.
Nach
meiner Auffassung ist es ein weitverbreiteter Irrtum, dass der Mensch
selbstverständlich, selbstredend dazu in der Lage ist, die von ihm
unabhängige Welt zu erkennen. Und zwar ohne verbleibenden Rest. Das sei
nur eine Frage der Zeit.
Das
ist eine Auffassung, die aus dem Alltagsverständnis hervorgeht. Wenn
ich vor mir die Tastatur, den Computermonitor, das Glas Wein etc. sehe,
dann natürlich deshalb, weil es alles dies auch unabhängig von mir, von
meinen Wahrnehmungen genauso gibt.
Die
moderne Naturwissenschaft geht aber davon aus, dass unabhängig von mir
sehr komplexe energetische Vorgänge sind, die für sich allein weit von
dem entfernt sind, was ich als Welt, als Gegenstände um mich erlebe.
Und selbst die Existenz der Energie als "Grundsubstanz" oder
"Grundvorgang" wird verneint.
Alle
uns in der evolutiven Stufenleiter vorausgehenden Lebewesen haben ein
Weltbild, dass aus der jeweils höhere Entwicklungsstufe sich als
beschränkt herausstellt. Warum sollten wir Menschen da eine Ausnahme
machen?
Hat
es vor diesem Hintergrund noch einen Wert, sich darüber zu streiten,
wer die Wahrheit hat? Ist es nicht sinnvoller zu fragen, ob man mit
einer bestimmten Auffassung, mit einer bestimmten Handlungsweise
zurecht kommt? Ob man mit etwas arbeiten kann? Ob bestimmte
Auffassungen, bestimmte Handlungsweisen, bestimmte
Organisationsstrukturen (auch gesellschaftliche) dazu führen, dass
gesetzte Ziele erreicht werden? Quelle (Freidenker-Forum)
Der Ausdruck Pragmatismus (von griech. pragma „Handlung“, „Sache“)
bezeichnet umgangssprachlich ein Verhalten oder Handlungen, die sich
nach den bekannten Gegebenheiten richten, und auf eine theoretische
Analyse und genaue Begründung der Wirkungen verzichtet. Pragmatisches
Handeln ist nicht an unveränderliche Prinzipien gebunden.
In der Philosophie wird damit eine Denkrichtung bezeichnet, die von
Charles S. Peirce und William James begründet und im Anschluss
vornehmlich von John Dewey und George Herbert Mead fortgeführt wurde.
Dem Pragmatismus zufolge sind es die praktischen Konsequenzen und
Wirkungen einer lebensweltlichen Handlung, welche bestimmen, was die
Bedeutung oder die Wahrheit von Begriffen, Aussagen und Meinungen
ausmacht. Die menschliche Praxis wird als ein Fundament auch der
theoretischen Philosophie (also insb. der Erkenntnistheorie und
Ontologie) verstanden, da vorausgesetzt wird, dass auch das
theoretische Wissen dem praktischen Umgang mit den Dingen entspringt
und auf diesen angewiesen bleibt.
Zahlreiche Grundbegriffe der systematischen Philosophie wurden dieser
pragmatischen Maxime gemäß neu interpretiert, darunter der Begriff der
Wahrheit; das Forschungsprogramm des Pragmatismus wurde auf
verschiedene Problemzusammenhänge und praktische Kontexte angewendet,
darunter auf den der Religion. Nachdem der Pragmatismus in den ersten
Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts weniger einflussreich war, verstehen
sich seit den 1970er-Jahren einige Philosophen dezidiert in der
Tradition des klassischen amerikanischen Pragmatismus, darunter Richard
Rorty, Hilary Putnam und Robert Brandom.
Eingeführt wurde der Begriff „Pragmatismus“ im Jahr 1898 in einer
Vorlesung durch William James, der dabei jedoch ausdrücklich Charles
Sanders Peirce als den Begründer dieser Philosophie anführte und dazu
auf dessen Veröffentlichungen aus dem Jahr 1878 verwies. Da die Lehre
des Pragmatismus jedoch von mehreren anderen Autoren auf deren je
eigene Weise ausgeführt wurde, was mit der ursprünglichen Auffassung
nicht übereinstimmte, nannte Peirce später seine eigene Lehre
Pragmatizismus. Peirce wollte damit auf die Bedeutung des Prinzips von
Wissenschaft als geschlossenem System und die daraus folgende Rolle der
Terminologie hinweisen. Er wandte sich ausdrücklich gegen die „lockeren
Schreiber“, die seine Begriffe außerhalb seines theoretischen Konzepts
verwendeten. Quelle (Wikipedia)
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