| Selbstdarstellung zu meinem
8. Trockengeburtstag
Ich bin "christlich" getauft, war im "christlichen" Kindergarten, der ganze
Ablauf des Christentums und dachte dann nur noch polarisiert.
Gut und Böse. Das sind meine "religiösen" Wurzeln.
Vor 7 Jahren auf den Tag genau habe ich das Saufen nachgelassen. Heute ist
mein "Trockengeburtstag"
Ich schrieb eine IM auf Facebook, weil mir unterstellt wurde, dass ich anderen
Gutgläubigen mit Zen-Quatsch das Geld aus der Tasche ziehen würde:
Rainer Fauth 03. November um 06:04
Vielleicht schaust Du Dir im Laufe des Tages meinen Blog
Chantao's Blog an zu
meinem 7. Trockengeburtstag; es geht nicht um über den Tisch ziehen. Es geht
darum, dass ich selbst "christlich" erzogen wurde, auf Lebensangst programmiert,
und wie ich die Welt HEUTE sehe, ohne Angst. Mir selbst erscheint Zen und Tao
der logischste Weg, andere nehmen diese Welt anders wahr und sehen Gott als
realistischer an.
Ich bin allerdings kein Fanatikier und bin nicht praktizierend, sondern
inspiriert davon. Und ich bin soweit durch Bücher gekommen. Ich mache da keine
Riesengeschäfte mit. Aber wenn ich andere Menschen informieren kann, wie ich für
meinen Gang aus der Angst Jahre brauchte, dann ist mir diese Mission sehr
wichtig, denn andere könnten es früher schaffen.
Ja, ich sehe es HEUTE SO: Die Welt, das Dasein, wie es uns umgibt, alles ist
so, wie wir es erfahren. Ich könnte ja jetzt sagen, ich sei Realist. Aber ich
denke Realisten haben ihr eigenes Weltbild im Hinterkopf, wie und was sie von
der Welt denken, wie sie ihre eigene Position in der Welt verstehen, wie sie
auch tagträumen, welche großen Hechte sie sind, das sind alles Spekulationen,
genauso wie Wissenschaftler diese Welt erkunden wollen, wobei ein Menschenleben
nicht dafür ausreicht alles erkunden zu wollen, und auch mehrere werden nicht
reichen. Die Wirklichkeit ist eben einfach nur und muss nicht erklärt werden.
Und nun sind wir da, wir werden "erzogen" auf Lebensfähigkeit programmiert.
Und wir bilden und entwickeln uns weiter. Und so, wie wir uns weiterentwickeln,
so nimmt unser Leben seinen Verlauf. Wir können Entscheidungen treffen und
danach handeln, aber im Großen und Ganzen haben wir nicht soviel Einfluss, wie
wir oft meinen.
Ich hatte deshalb immer Angst, Angst vor dem Ungewissen, und
deshalb habe ich gesoffen.
Wie ich die Welt erfahre erscheint mir ein Taoistisches Weltbild eben am
angenehmsten, obwohl ich, wie ich damals meinte auch
Gotteserfahrung hatte. Deshalb angenehm, weil ich dadurch frei von
Ängsten bin. Weil ich mit der Unsicherheit leben kann, die uns nunmal umgibt.
Aber das ist mein Weg, wie ich ihn gehe. Der Weg ist das Ziel. Dao, das ist der
Weg. Die Psychologin in
Göhren sagte zu mir beim Abschlußgespräch der Kur: "Sie sind schon weit
auf dem Weg des Dao, bleiben sie dran."
Und deshalb weise ich auf Bücher hin, wo man das nachlesen kann. Ich habe
auch alles aus Büchern. Auf meiner
Homepage
gibt's auch noch Erfahrungen von mir.

Muho, deutscher Abt des Antaiji, hat ein weiteres Buch mit Texten und
Aussprüchen Kodo Sawakis übersetzt. Es wurde im Jahr 2003 von Kushiya Shusoku
unter dem Titel „Ikiru chikara toshite no zen“ in Japan veröffentlicht und darf
als Fortsetzung von “An Dich” (2002 im Angkor Verlag) gelten. Kodo Sawaki Roshi
(1880-1965) gilt als einer der bedeutendsten Zen-Meister des 20. Jahrhunderts.
Seine Schüler Taisen Deshimaru Roshi und Koun Enmyo Roshi hatten großen Einfluss
auf die Entwicklung des Zen in Deutschland und Europa.
Auszug aus Zen ist die grösste Lüge aller Zeiten von Kodo Sawaki. Copyright ©
2005. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle
Rechte vorbehalten.
„Übung besteht nicht darin, das Saubermachen so schnell wie möglich zu
erledigen. Wenn du beim Saubermachen dein tägliches Leben nicht aus den Augen
verlierst, dann ist das selbst Übung. In Zazen ist jeder Tag ein Neujahrstag.
Einen guten Rutsch!
Wie grausam das Leben auch mit mir umgehen mag, all diese Schicksalsschläge
helfen mir nur weiter auf dem Weg zur Erlösung. Die, die als meine Feinde vor
mir erscheinen, hindern mich daran, unaufmerksam zu sein. Die, die mir als
Teufel zusetzen, verhindern, dass ich mich auf die faule Haut lege. Du willst
nicht in die Hölle fahren? Keine Angst, die Hölle macht Spaß! Lebe dein Leben
wie ein Toter.
Dogen Zenji spricht nirgends von der „Zen-Schule“, er spricht lediglich vom
Buddha-Dharma. Warum? Weil es in unserer Schule nicht nur um Zen geht. Wenn wir
essen, sind wir die Ess-Schule, auf dem Klo folgen wir der Klo-Schule, und wenn
wir niesen, tun wir es gemäß der Nies-Schule. Wir strampeln uns ab, auf der
Suche nach irgendetwas, in einer Welt, in der es nichts zu finden gibt ...Als
ich noch jung war, schimpfte ich mit Amithaba Buddha: „Oi, hast du nicht
versprochen, nicht ins Nirwana einzugehen, bevor du nicht alle leidenden Wesen
erlöst hast? Hast du mich denn vergessen!?
“Ein schönes Mädchen ist nicht deshalb so schön, weil es dir damit den Kopf
verdrehen und dich von der Meditation ablenken will. Es ist einfach schön, und
das ist alles. Du musst den Frieden innerhalb des brennenden Hauses finden.
Das Leben ist so wie der Krieg: Ständig bist du damit beschäftigt, deine Feinde
unter Beschuss zu halten. Zazen bedeutet, das Feuer einzustellen. Feuerpause!“

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